|











| |
Da
bleiben
"Bleib noch ein bisschen am Bett", sagen Kinder gerne am Abend zu den Eltern.
Ich glaube, diese Sehnsucht bleibt ein Leben lang. Die wenigsten Menschen lieben
es, in der Nacht allein zu sein. Am Abend habe ich gerne jemand an der Seite,
mit dem ich die guten und die schweren Dinge des Tages besprechen kann. Wenn die
Nacht kommt, brauche ich jemanden, dem ich vertrauen kann.
"Bleibe bei uns", das sagen auch zwei Jünger Jesu in einer Geschichte der Bibel.
Sie sind am Abend noch unterwegs und sie sind traurig. Jesus, ihr Meister, ihr
Herr ist gerade gestorben. Sie fühlen sich allein. Doch da kommt ein Fremder des
Wegs. Er begleitet sie und redet mit ihnen wie ein Freund. Als es dunkel wird,
wollen sie ihn nicht gehen lassen. Sie bitten: "Herr, bleibe bei uns, denn es
will Abend werden und der Tag hat sich geneigt."
Tatsächlich bleibt der Fremde - und er teilt mit ihnen Brot und Wein. Ganz so
wie es Jesus getan hat. Da fällt es ihnen auf; Er ist es selbst, ihr Freund und
Herr. Jesus lebt. Und er bleibt bei ihnen. "Herr, bleibe bei uns." So bitten wir
Christen bis heute. Oder singen diesen Vers als Kanon: "Herr, bleibe bei uns.
Denn es will Abend werden". Zu jeder Nacht und für jede Dunkelheit in meinem
Leben darf ich das bitten. Und Sie auch ...
Ihr Pfarrer Christoph Victor
|