Andacht: Fremd 

 


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Fremd

 

„Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie ich in die….”

Noch bevor ich aussprechen kann, werde ich unterbrochen:

„Tut mir leid, ich bin auch fremd hier.”

Irgendwo fremd sein, das ist gar nicht so schön, man kennt sich nicht aus, man ist eben nicht zu Hause. Fremd sein bedeutet meist eben angewiesen zu sein auf freundliche Menschen, die helfen wollen und helfen können. Fremd sein, das kann man nicht nur in einer fremden Stadt, das passiert auch leicht in der eigenen Familie oder selbst unter Freunden.

 

Die Bibel kennt diesen Gedanken. Sie spricht davon, wie ich es auch erlebe: Gott geht mit mir. Ich werde begleitet und manchmal erlebe ich das ganz deutlich. Etwa, wenn unerwartet jemand auf mich zukommt und sagt: „Ich habe gesehen, sie finden sich nicht zu recht - kann ich Ihnen helfen?” Ich mag es so sehr, wenn mich jemand anspricht, meine Unsicherheit erkennt. Dann bin ich plötzlich überhaupt nicht mehr fremd. Sondern einer, der dazugehört. Dann mache ich auch gerne die Tür auf.

 

Deshalb ist es das Anliegen vieler Schriften der Bibel, sich den Fremden zuzuwenden.

Denn Gott wendet sich allen zu - er führt durch die Fremde des Lebens.

Im Alten Testament etwa wird dem Volk Gottes gesagt: „Der Fremdling soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer.” Und im Neuen Testament ruft Paulus knapp und bündig: „Übt Gastfreundschaft”

 

                                                Ihr Pfarrer Christoph Victor

 
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Stand: 18. Mai 2011,