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 Andacht: Trümmerfrauen
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Trümmerfrauen 

 

Heute stand es im „Kalenderblatt“: Vor genau 65 Jahren werden Frauen im zerbombten Berlin zum ersten Mal verpflichtet, die Ruinen und Trümmer zu räumen. Ich habe mich sofort an eine der Trümmerfrauen erinnert. „Für ein paar Pfennige mussten wir arbeiten, für einen Hungerlohn“, hat sie mir erzählt. „Aber die Aussicht auf ein paar Lebensmittelkarten hat uns stark gemacht. Außerdem wollte ich etwas tun, um zu vergessen, was alles zerstört wurde.“

 

Allein in Berlin sind ab Sommer 1945 etwa 20.000 bis 60.000 Frauen damit beschäftigt, die Trümmer zu beseitigen. Viele Männer sind nicht mehr da. Die Frauen müssen den Aufbau selbst in die Hand nehmen. Ihr Wille und ihr Hunger machen die Frauen damals unglaublich stark. Und wenn sie abends müde nach  Hause kommen sorgen sie noch für die Kinder, kochen und waschen. Innerlich und äußerlich liegt alles in Schutt und Asche, aber diese Frauen fangen einfach an, aufzuräumen. Nicht lamentieren, nicht resignieren, sondern anpacken, damit Hoffnung wachsen kann: neue Häuser, Schulen, Städte.

 

Bis heute sind viele Städte in unserem Land gewachsen. Moderne Wohnhäuser sind gebaut und Vieles ist saniert. Eben darum will ich sie nicht vergessen, die tüchtigen Frauen vor 65 Jahren. Sie haben unsere Zukunft erst ermöglicht.

 

                                                Ihr Pfarrer Christoph Victor

 
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Stand: 21. Juni 2010,